Freiburg, 28. März 2025. Caritas international stellt 100.000 Euro als erste Soforthilfe für die Opfer des Erdbebens in Myanmar bereit. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen werden nun rasch erste Hilfsmaßnahmen für die betroffene Bevölkerung gestartet. "Die Not ist gewaltig. Schon vor dem Erdbeben war Myanmar von bewaffneten Konflikten, Vertreibungen und Überschwemmungen gezeichnet - nun trifft eine ohnehin erschöpfte Bevölkerung eine weitere Katastrophe", sagt Oliver Müller, Leiter von Caritas international, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes.
Die Caritas Myanmar (KMSS - Karuna Mission Social Solidarity) hat umgehend ein Erkundungsteam aktiviert, eine umfassende Bedarfsanalyse ist in Vorbereitung. Die Mitarbeitenden sind nach aktuellem Stand wohlauf, allerdings wurden mehrere Wohnhäuser von Mitarbeitenden in Mandalay zerstört. Die Menschen benötigen insbesondere dringend Zugang zu sauberem Trinkwasser, medizinischer Versorgung, Nahrungsmitteln und sicheren Notunterkünften.
Ein Beben der Stärke 7,7 erschütterte am 26. März zentrale Landesteile Myanmars, insbesondere die Regionen Sagaing und Mandalay. Es kam zu schweren Schäden an Infrastruktur: Brücken, Straßen, Gebäude, Pagoden sowie der Internationale Flughafen von Mandalay wurden beschädigt. In Mandalay zeugen eingestürzte Gebäude und Trümmer auf den Straßen vom Ausmaß der Zerstörung. Offizielle Zahlen zu Verletzten und Todesopfern liegen bislang nicht vor. Die Kommunikationsinfrastruktur ist weiterhin gestört - viele Menschen sind von ihren Familien abgeschnitten, zahlreiche Personen gelten als vermisst.
Bereits vor dem Erdbeben war Myanmar eines der am stärksten von Krisen geprägten Länder Südostasiens. Nach dem verstärkten Aufflammen der seit 2021 bestehenden bewaffneten Kämpfe leben mehr als 3,5 Millionen Menschen als Binnenvertriebene. Die humanitäre Lage spitzt sich nun dramatisch zu. Caritas international unterstützt KMSS seit dem Ausbruch des Konflikts 2021 durch verschiedene Hilfsprogramme. Die nun gestartete Erdbebenhilfe ergänzt laufende Maßnahmen, insbesondere zum Schutz und zur Unterstützung besonders verletzlicher Gruppen wie Menschen mit Behinderung, Frauen und Kinder. Traumatische Belastungen von Erdbeben sind erfahrungsgemäß sehr hoch, insbesondere wenn die Menschen schon seit Jahren aufgrund der bewaffneten Konflikte in großer Unsicherheit leben und mit vielen Verlusten konfrontiert sind.
Caritas international ruft zu Spenden für die Betroffenen auf:
Spendenkonto:
Caritas international
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02